Rettet den Barnstorfer Wald

Barni-Rodung im Internationalen Jahr des Waldes

Das Jahr 2011 wurde von den Vereinten Nationen mit der Resolution 61/193 [1] zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Ziel ist, das Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern.

Die Ostsee-Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 22.01.2011 in dem ganzseitigen Artikel „Europas Paradiese“, der dem Internationalen Jahr der Wälder gewidmet ist: „Deutsche Buchenwälder sollen unter Unesco-Schutz gestellt werden“. In der gleichen Ausgabe aber wird in dem Artikel „Darwineum:  Jetzt wird sogar der Bau eines Tunnels überprüft“ das Abholzen des Waldes als normal hingestellt. Dieser Artikel (http://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/archiv.phtml?param=news&id=3021185) ist nur für OZ-Abonnenten abrufbar.

Am 22. Februar hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der Landespressekonferenz die große Bedeutung und die Leistungen des Waldes für die Gesellschaft hervorgehoben.

Für Rostock scheint das alles aber nicht zu gelten: Im Jahr des Waldes wird im letzten naturbelassenen, innerstädtischen Waldgebiet nicht grade zimperlich auf einer Fläche weit mehr als einem Hektar (1 Hektar = 10.000 m²) abgeholzt, um mitten im Wald ein Museum mit Affenanlage zu bauen.

In der Ostsee-Zeitung vom 04.01.2011 wird vermeldet, dass für 4,12 Hektar (dies entspricht 41.200 m²) durch die Landesforst die Waldumwandlung, d.h. die Genehmigung zum Fällen der Bäume auf dieser Fläche, erteilt wurde. Es werden weiterhin Bäume fallen. Das ist sicher. Ab März ist das Fällen von Bäumen  aus naturschutzrechtlichen Gründen (Nistplätze für Vögel) nicht mehr statthaft. Das verbietet das Bundesnaturschutzgesetz.

Ist das Waldgesetz Mecklenburg-Vorpommern wirklich beachtet worden? Dieses Gesetz sagt aus:

§ 10 Sicherung der Funktionen des Waldes bei Planungen und Maßnahmen von Trägern öffentlicher Vorhaben

Die Träger öffentlicher Vorhaben haben bei Planungen und Maßnahmen, die eine Inanspruchnahme von Waldflächen vorsehen oder die in ihren Auswirkungen Waldflächen betreffen können,

1. die Funktionen des Waldes nach § 1 Abs. 2 angemessen zu berücksichtigen; sie dürfen Wald nur in Anspruch nehmen, soweit die Planungen und Maßnahmen nicht auf anderen Flächen verwirklicht werden können […]“

Wurden wirklich alle Alternativen innerhalb des bisher genutzten Zoogeländes unabhängig überprüft oder wurden nur fadenscheinige Gründe angegeben? Im ersten Treffen zwischen Zoo und Sportlern am 17.12.2010 wurde seitens von Herrn Nagel auf seltene Brombeeren verwiesen. Dies wurde uns unabhängig voneinander von mehreren bei dieser Beratung anwesenden Sportlern bestätigt. Recherchen bei einem Fachmann für Brombeeren  ergaben, dass es zwar seltene Brombeeren gibt, aber keine dieser Brombeeren einen derartigen Schutzstatus genießt, der einen Bauhinderungsgrund darstellt.

Weiter heißt es im gleichen Gesetz:

§ 15 Umwandlung von Wald in andere Nutzungsarten [...]

(3) Bei der Entscheidung über einen Umwandlungsantrag sind die Belange der Allgemeinheit sowie die Rechte, Pflichten und wirtschaftlichen Interessen des Waldbesitzers gegeneinander und untereinander abzuwägen. Die Erfordernisse der forstlichen Rahmenplanung sowie der Raumordnung und Landesplanung sind zu berücksichtigen.

(4) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die Erhaltung des Waldes überwiegend im öffentlichen Interesse liegt, insbesondere

  1. bei wesentlicher Beeinträchtigung von Wald mit besonderen Schutz- oder Erholungsfunktionen oder [...]
  2. bei fehlender Notwendigkeit einer Umwandlung der vorgesehenen Fläche für den beabsichtigten Zweck oder [...]
  3. wenn der Wald für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, die forstwirtschaftliche Erzeugung, das Landschaftsbild oder die Erholung der Bevölkerung von wesentlicher Bedeutung ist.“

Unstrittig ist, dass der Barnstorfer Wald ein beliebtes Naherholungsgebiet der Rostocker ist.

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